Methyl-p-hydroxybenzoat
Methylester der 4-Hydroxybenzoesäure
Methyl p-hydroxybenzoate
auch: Methylparaben · Methyl paraben · PHB-Ester · Nipagin
Der kürzeste der zugelassenen PHB-Ester — und der am besten wasserlösliche.
Was es ist
Bei den PHB-Estern hängt alles an der Länge der angehängten Kette. Je länger sie ist, desto besser wirkt der Stoff gegen Mikroorganismen und desto schlechter löst er sich in Wasser. Der Methylester ist der kürzeste der noch zugelassenen und damit der löslichste, aber auch der schwächste; deshalb wird er meist mit dem Ethylester gemischt, um beide Eigenschaften zu bekommen. Wo er im Lebensmittel steht, ist er meist Teil einer Mischung und nicht der einzige Konservierungsstoff. Ausserhalb des Lebensmittels ist er weit verbreiteter als darin — in Kosmetika und Arzneimitteln steht er als Methylparaben auf fast jeder Liste. Die duldbare tägliche Aufnahmemenge von 10 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag gilt gemeinsam für die vier verbliebenen PHB-Ester; die Propylester wurden 2006 gestrichen.
Woraus es gewonnen wird
Aus 4-Hydroxybenzoesäure und Methanol verestert; die Säure kommt in Pflanzen natürlich vor.
Rechtsstand in der EU
in der EU zugelassen
Stand: 12. August 2026
Zugelassen nach Anhang II der VO (EG) Nr. 1333/2008.
Fundstelle: VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II/B
Duldbare tägliche Aufnahmemenge
10 mg je kg Körpergewicht und Tag (Gruppenwert)
gilt gemeinsam für E 214, E 215, E 218, E 219· EFSA 2004
Gemeinsam für Methyl- und Ethyl-PHB-Ester und ihre Natriumsalze. Die Propyl-Ester E 216 und E 217 sind 2006 aus der Unionsliste gestrichen worden und von diesem Wert nicht gedeckt.
Neubewertung
noch ausstehend
EU-Programm zur Neubewertung der vor 2009 zugelassenen Zusatzstoffe, VO (EU) Nr. 257/2010.
Im EU-Neubewertungsprogramm noch nicht abschliessend behandelt.
Wofür es eingesetzt wird
- Konservierung von Feinkosterzeugnissen
- Haltbarmachung von Füllungen
- Überzüge von Fleischerzeugnissen
Was Behörden dazu festgehalten haben
Besonderheiten und Kennzeichnung
- Zugelassen in 8 Lebensmittelkategorien
Anhang II Teil E nennt 8 Lebensmittelkategorien, verteilt auf 4 Bereiche: 05 Süßwaren, 08 Fleisch, 11 Zucker- und Siruparten, Honig und Tafelsüßen, 15 Verzehrfertige süße oder herzhafte Happen und Knabbereien. Die Höchstmengen reichen von 500 bis 1 500 mg/kg bzw. mg/l. In 2 der 9 Zulassungen gilt quantum satis, also keine zahlenmässige Höchstmenge. Welche Menge in welchem Lebensmittel gilt, steht dort je Kategorie — diese Angabe ist eine Übersicht, nicht die Zulassung selbst.
VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II Teil E (konsolidierte Fassung vom 18.02.2026)
Verwandt
Woher wissen wir das?
Diese Seite gibt den Stand der Behörden wieder und ist keine Gesundheitsberatung. Sie enthält keine eigene Bewertung des Stoffes — nur, was in der Verordnung und in den zitierten Gutachten steht.