Kaliumferrocyanid
Kaliumhexacyanoferrat(II)
Potassium ferrocyanide
auch: Potassium ferrocyanide · gelbes Blutlaugensalz · Kaliumhexacyanoferrat
Das Kaliumsalz derselben Rieselhilfe — in Salzersatz statt in Kochsalz.
Was es ist
Kaliumferrocyanid erfüllt dieselbe Aufgabe wie das Natriumsalz E 535: Es verhindert, dass Salzkristalle zusammenbacken. Der Unterschied liegt im Gegenion und damit im Anwendungsfall. In Salzersatzerzeugnissen, die Kochsalz durch Kaliumchlorid ersetzen, wäre ein natriumhaltiges Trennmittel widersinnig; dort steht das Kaliumsalz. Der Zusatz macht mengenmässig zwar kaum etwas aus, aber die Zutatenliste soll stimmig bleiben. Wie bei allen Ferrocyaniden gilt: Die Cyanidgruppen sind so fest an das Eisenatom gebunden, dass sie unter den Bedingungen der Verdauung nicht freigesetzt werden — der Komplex verlässt den Körper unverändert. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die drei Ferrocyanide 2018 gemeinsam neu bewertet und eine Aufnahmemenge von 0,03 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag abgeleitet, ausgedrückt als Ferrocyanid-Ion. Ein Gerät, das nur die Nummer liest, unterscheidet die drei Ferrocyanide nicht — die Zutatenliste tut es.
Woraus es gewonnen wird
Technisch aus Eisensalzen und Cyanid hergestellt; der fertige Komplex ist stabil.
Rechtsstand in der EU
in der EU zugelassen
Stand: 12. August 2026
Zugelassen nach Anhang II der VO (EG) Nr. 1333/2008.
Fundstelle: VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II/B
Duldbare tägliche Aufnahmemenge
0,03 mg je kg Körpergewicht und Tag (Gruppenwert)
gilt gemeinsam für E 535, E 536, E 538· EFSA 2018
Gemeinsam für Natrium-, Kalium- und Calciumferrocyanid, ausgedrückt als Ferrocyanid-Ion.
Neubewertung
abgeschlossen 2018
EU-Programm zur Neubewertung der vor 2009 zugelassenen Zusatzstoffe, VO (EU) Nr. 257/2010.
Wofür es eingesetzt wird
- Rieselhilfe in Salzersatzerzeugnissen
- Trennmittel in Speisesalz
Was Behörden dazu festgehalten haben
Besonderheiten und Kennzeichnung
- Nur in Kochsalz und Kochsalzersatz
Wie die beiden anderen Ferrocyanide zwei Zulassungen: Kochsalz (12.1.1) und Kochsalzersatz (12.1.2), je höchstens 20 mg/kg. Die Höchstmenge gilt für die Ferrocyanide zusammen, nicht für jedes einzeln.
VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II Teil E (konsolidierte Fassung vom 18.02.2026)
Verwandt
Woher wissen wir das?
Diese Seite gibt den Stand der Behörden wieder und ist keine Gesundheitsberatung. Sie enthält keine eigene Bewertung des Stoffes — nur, was in der Verordnung und in den zitierten Gutachten steht.