Kaliummetabisulfit
K₂S₂O₅, Kaliumdisulfit
Potassium metabisulphite
auch: Kaliumdisulfit · Potassium metabisulphite · Kaliumpyrosulfit · Weinschwefel
Der Weinschwefel. Kalium statt Natrium — weil im Most ohnehin Kalium steckt.
Was es ist
Kaliummetabisulfit ist das Sulfit der Weinbereitung und wird im Fachhandel schlicht als Kaliumdisulfit gehandelt. Es wirkt genauso wie das Natriumsalz E 223, und die Wahl zwischen beiden ist eine Frage des Gegenions: Traubenmost enthält von Natur aus reichlich Kalium, aber kaum Natrium. Wer mit dem Natriumsalz arbeitet, bringt in jeden Behandlungsschritt Natrium ein, das im Wein nichts zu suchen hat und den Geschmack verändern kann; das Kaliumsalz fügt nur hinzu, was ohnehin da ist. Im Wein erfüllt der Stoff mehrere Aufgaben zugleich — er bindet Sauerstoff, hemmt unerwünschte Hefen und Bakterien und schützt die Farbe. Der Hinweis „enthält Sulfite“ auf praktisch jeder Weinflasche geht auf ihn zurück. Auch Weine ohne Zusatz tragen ihn oft, weil bei der Gärung von Natur aus geringe Mengen entstehen. Den vorläufigen Gruppenwert von 0,7 Milligramm hat die Behörde 2022 zurückgezogen.
Woraus es gewonnen wird
Aus Schwefeldioxid und Kaliumcarbonat hergestellt; als kristallines Pulver gehandelt.
Rechtsstand in der EU
in der EU zugelassen
Stand: 12. August 2026
Zugelassen nach Anhang II der VO (EG) Nr. 1333/2008, mit Kennzeichnungspflicht als Allergen nach VO (EU) Nr. 1169/2011.
Fundstelle: VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II/B, III
Duldbare tägliche Aufnahmemenge
kein Wert abgeleitet
Stand: EFSA 2022
Zurückgezogen. Der vorläufige Gruppenwert von 0,7 mg Schwefeldioxid-Äquivalent je kg Körpergewicht und Tag aus dem Gutachten von 2016 wurde 2022 aufgehoben, weil die toxikologische Datenlage für eine Aufnahmemenge nicht ausreichte. Seither arbeitet die Behörde mit einem Abstandsmass zur Aufnahme (Margin of Exposure), Referenzpunkt 38 mg Schwefeldioxid-Äquivalent je kg Körpergewicht und Tag. Gilt gemeinsam für E 220 bis E 228.
EFSA, Follow-up of the re-evaluation of sulfur dioxide (E 220) … potassium bisulfite (E 228), 2022
Neubewertung
abgeschlossen 2022
EU-Programm zur Neubewertung der vor 2009 zugelassenen Zusatzstoffe, VO (EU) Nr. 257/2010.
Wofür es eingesetzt wird
- Schwefeln von Most und Wein
- Oxidations- und Farbschutz im Ausbau
- Konservierung von Fruchtzubereitungen
Was Behörden dazu festgehalten haben
Besonderheiten und Kennzeichnung
- Kennzeichnungspflicht als Allergen ab 10 mg/kg bzw. 10 mg/l
„Schwefeldioxid und Sulphite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l, als SO₂ angegeben“ stehen in Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung und müssen im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden. Auf Wein steht deshalb regelmässig „enthält Sulfite“.
Verwandt
Woher wissen wir das?
Diese Seite gibt den Stand der Behörden wieder und ist keine Gesundheitsberatung. Sie enthält keine eigene Bewertung des Stoffes — nur, was in der Verordnung und in den zitierten Gutachten steht.