Calciumsulfit
CaSO₃
Calcium sulphite
auch: Calcium sulphite · Kalziumsulfit · schwefligsaurer Kalk
Das Erdalkalisalz der Gruppe — schlecht löslich und deshalb selten im Einsatz.
Was es ist
Calciumsulfit ist eines der beiden Calcium-Sulfite im Verzeichnis und in der Lebensmittelherstellung selten. Der Grund ist seine Löslichkeit: Als Erdalkalisalz löst es sich in Wasser deutlich schlechter als die Natrium- und Kaliumsalze, und ein Konservierungsstoff, der sich nicht verteilt, wirkt auch nicht. Wo es dennoch zum Einsatz kommt, bringt das Calcium einen zweiten Effekt mit, den die Alkalisalze nicht haben — es festigt pflanzliches Gewebe, indem es sich an die Pektine der Zellwand bindet. Die Verordnung führt es trotz seiner geringen Bedeutung, weil die Zulassungsliste die technisch möglichen Salze abbildet und nicht die tatsächlich gebräuchlichen. Eine Nummer im Verzeichnis sagt also nichts darüber, wie oft ein Stoff wirklich vorkommt. Wie alle Sulfite unterliegt es der Allergen-Kennzeichnung ab zehn Milligramm je Kilogramm. Den vorläufigen Gruppenwert von 0,7 Milligramm hat die Behörde 2022 zurückgezogen.
Woraus es gewonnen wird
Aus Schwefeldioxid und einer Calciumverbindung hergestellt.
Rechtsstand in der EU
in der EU zugelassen
Stand: 12. August 2026
Zugelassen nach Anhang II der VO (EG) Nr. 1333/2008, mit Kennzeichnungspflicht als Allergen nach VO (EU) Nr. 1169/2011.
Fundstelle: VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II/B, III
Duldbare tägliche Aufnahmemenge
kein Wert abgeleitet
Stand: EFSA 2022
Zurückgezogen. Der vorläufige Gruppenwert von 0,7 mg Schwefeldioxid-Äquivalent je kg Körpergewicht und Tag aus dem Gutachten von 2016 wurde 2022 aufgehoben, weil die toxikologische Datenlage für eine Aufnahmemenge nicht ausreichte. Seither arbeitet die Behörde mit einem Abstandsmass zur Aufnahme (Margin of Exposure), Referenzpunkt 38 mg Schwefeldioxid-Äquivalent je kg Körpergewicht und Tag. Gilt gemeinsam für E 220 bis E 228.
EFSA, Follow-up of the re-evaluation of sulfur dioxide (E 220) … potassium bisulfite (E 228), 2022
Neubewertung
abgeschlossen 2022
EU-Programm zur Neubewertung der vor 2009 zugelassenen Zusatzstoffe, VO (EU) Nr. 257/2010.
Wofür es eingesetzt wird
- Konservierung mit gleichzeitiger Festigung pflanzlichen Gewebes
- Oxidationsschutz in Zubereitungen ohne Natriumzusatz
Was Behörden dazu festgehalten haben
Besonderheiten und Kennzeichnung
- Kennzeichnungspflicht als Allergen ab 10 mg/kg bzw. 10 mg/l
„Schwefeldioxid und Sulphite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l, als SO₂ angegeben“ stehen in Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung und müssen im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden.
Verwandt
Woher wissen wir das?
Diese Seite gibt den Stand der Behörden wieder und ist keine Gesundheitsberatung. Sie enthält keine eigene Bewertung des Stoffes — nur, was in der Verordnung und in den zitierten Gutachten steht.