Lecithine
Gemische von Phospholipiden, überwiegend Phosphatidylcholin
Lecithins
auch: Lecithin · Sojalecithin · Sonnenblumenlecithin · Lecithins · E322
Der häufigste Emulgator — meist aus Soja. Damit zugleich ein Kennzeichnungsfall.
Was es ist
Lecithine sind Gemische von Phospholipiden, die in jeder lebenden Zelle vorkommen und Fett und Wasser miteinander verbinden. Als Zusatzstoff werden sie als Nebenerzeugnis der Speiseölgewinnung gewonnen, überwiegend aus Sojabohnen, daneben aus Sonnenblumenkernen und Raps. Sie sind der mengenmäßig wichtigste Emulgator der Lebensmittelherstellung: In Schokolade senken sie die Zähflüssigkeit der Masse, in Backwaren halten sie den Teig geschmeidig, in Margarine und Instantpulvern verhindern sie das Entmischen. Für Menschen mit Sojaallergie ist die Herkunft der entscheidende Punkt — Soja gehört zu den vierzehn kennzeichnungspflichtigen Stoffgruppen, weshalb auf der Zutatenliste in der Regel „Sojalecithin“ oder „Lecithine (Soja)“ steht und nicht nur die Nummer. Sonnenblumenlecithin hat aus genau diesem Grund an Bedeutung gewonnen: Es ist frei von kennzeichnungspflichtigen Allergenen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sah 2017 keinen Anlass für einen zahlenmäßigen Wert.
Woraus es gewonnen wird
Aus Sojabohnen, Sonnenblumenkernen und Raps gewonnen, als Nebenerzeugnis der Speiseölherstellung. Aus Eigelb gewonnenes Lecithin ist ebenfalls zulässig.
Rechtsstand in der EU
in der EU zugelassen
Stand: 12. August 2026
Zugelassen nach Anhang II der VO (EG) Nr. 1333/2008.
Fundstelle: VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II/B, III
Duldbare tägliche Aufnahmemenge
nicht festgelegt
Die Behörde sah keinen Anlass für einen Zahlenwert (EFSA 2017). Das ist eine Bewertung, kein Fehlen.
Die Behörde sah keinen Bedarf für einen zahlenmäßigen Wert und keine gesundheitliche Besorgnis für die Bevölkerung ab einem Jahr bei den gemeldeten Verwendungen. 2020 folgte ein Gutachten zu Säuglingen unter 16 Wochen.
EFSA, Re-evaluation of lecithins (E 322) as a food additive, 2017
Neubewertung
abgeschlossen 2020
EU-Programm zur Neubewertung der vor 2009 zugelassenen Zusatzstoffe, VO (EU) Nr. 257/2010.
Wofür es eingesetzt wird
- Emulgieren in Schokolade und Süßwaren
- Teigführung in Backwaren
- Stabilisieren von Margarine und Instantpulvern
Was Behörden dazu festgehalten haben
Besonderheiten und Kennzeichnung
- Herkunft ist kennzeichnungspflichtig, wenn sie ein Allergen ist
Soja gehört zu den Stoffgruppen aus Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung. Stammt das Lecithin aus Soja, muss das im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden — die Nummer allein genügt nicht.
Verwandt
Im Lebensmittel-Katalog: Sojabohne, Sonnenblumenkern
Woher wissen wir das?
Diese Seite gibt den Stand der Behörden wieder und ist keine Gesundheitsberatung. Sie enthält keine eigene Bewertung des Stoffes — nur, was in der Verordnung und in den zitierten Gutachten steht.