Zusatzstoffe pflanzlichen Ursprungs
Was auf der Zutatenliste als „E 407“ oder „Carrageen“ steht, ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff. Diese Seiten geben wieder, was die Behörden dazu festgehalten haben: welche Aufgabe der Stoff hat, woraus er gewonnen wird, ob er in der EU zugelassen ist, welche duldbare tägliche Aufnahmemenge festgelegt wurde und welche Gutachten es dazu gibt. Wir bewerten nicht — wir belegen. Jede Angabe trägt ihre Quelle.
Derzeit 53 Einträge in dieser Auswahl. Der Bestand ist im Aufbau — die EU führt rund 330 zugelassene Zusatzstoffe, hier stehen 53. Eine Nummer, die hier fehlt, ist deshalb nicht unzulässig, sondern noch nicht geschrieben. Jeder Eintrag wird einzeln gegen die Rechtsgrundlage und die EFSA-Gutachten geprüft, bevor er erscheint.
Aus Pflanzen, Algen oder pflanzlichen Nebenerzeugnissen gewonnen. „Pflanzlich" sagt nichts über die Verarbeitungstiefe: Pektin aus Apfeltrester und ein aus Algen extrahierter Vielfachzucker stehen beide hier.
Die Herkunft ist keine Rechtsklasse, sondern eine Angabe dieses Nachschlagewerks — belegt je Eintrag unter „Woraus es gewonnen wird“.
Nach Funktion
- Stabilisator 34
- Farbstoff 30
- Konservierungsstoff 26
- Emulgator 23
- Antioxidationsmittel 15
- Säureregulator 15
- Süßungsmittel 12
- Trennmittel 11
- Verdickungsmittel 11
- Komplexbildner 8
- Trägerstoff 8
- Geschmacksverstärker 7
- Überzugsmittel 7
- Festigungsmittel 5
- Emulgiersalz 4
- Geliermittel 4
- Backtriebmittel 3
- Schaumverhüter 3
- Füllstoff 2
- Mehlbehandlungsmittel 2
- Säuerungsmittel 2
- Schaummittel 2
- Feuchthaltemittel 1
E 100–199 überwiegend Farbstoffe
- E 100 Kurkumin Der gelbe Farbstoff der Kurkuma-Wurzel. Pflanzlich, aber mit einer eigenen Aufnahmemenge.
- E 150a Zuckerkulör Braunfärbung durch reines Erhitzen von Zucker — die schlichteste der vier Kulör-Klassen.
- E 150b Sulfitlaugen-Zuckerkulör Kulör-Klasse II — mit Sulfit, ohne Ammonium. Meist in Spirituosen.
- E 150c Ammoniak-Zuckerkulör Kulör-Klasse III. Als einzige der vier mit einem eigenen, strengeren Wert innerhalb der Gruppe.
- E 150d Ammonsulfit-Zuckerkulör Kulör-Klasse IV — das Kulör der dunklen Erfrischungsgetränke.
- E 160b Annatto Orangerot aus den Samen des Orleanstrauchs — zwei Farbstoffe unter einer Nummer, mit zwei Werten.
- E 160c Paprikaextrakt Der Farbstoff der Paprikaschote — und der einzige, bei dem die Schärfe geprüft wird.
- E 161b Lutein Gelber Farbstoff aus Tagetesblüten — derselbe Stoff, der im Auge sitzt.
- E 163 Anthocyane Die roten bis blauen Farbstoffe der Beeren — aus Traubenschalen und Johannisbeeren gewonnen.
E 300–399 überwiegend Antioxidationsmittel und Säureregulatoren
- E 322 Lecithine Der häufigste Emulgator — meist aus Soja. Damit zugleich ein Kennzeichnungsfall.
- E 334 Weinsäure Die Säure der Traube — und der Stoff, der als Weinstein in der Flasche kristallisiert.
- E 335 Natriumtartrate Die Natriumsalze der Weinsäure — Säureregulator in Marmelade und Milcherzeugnissen.
- E 336 Kaliumtartrate Weinstein im Wortsinn — das Salz, das man aus dem Fass kratzt.
- E 337 Natrium-Kalium-Tartrat Das Seignettesalz — ein Weinsäuresalz mit zwei verschiedenen Metallen.
- E 354 Calciumtartrat Das Calciumsalz der Weinsäure — schwer löslich, deshalb Festigungsmittel.
E 400–499 überwiegend Verdickungs-, Gelier- und Emulgiermittel
- E 407 Carrageen Geliermittel aus Rotalgen. Der Gruppen-Wert von 75 mg/kg gilt seit 2018 ausdrücklich als vorläufig.
- E 407a Verarbeitete Eucheuma-Algen Das halbraffinierte Geschwister von Carrageen — gleiche Alge, kürzerer Weg, eigene Nummer.
- E 410 Johannisbrotkernmehl Aus dem Samen des Johannisbrotbaums — verdickt schon in kaltem Wasser kaum, in warmem stark.
- E 432 Polysorbat 20 Der wasserlöslichste der fünf Polysorbate — Laurinsäure plus lange Ethylenoxid-Ketten.
- E 433 Polysorbat 80 Der wasserfreundliche Verwandte der Sorbitanester — mit angehängten Ethylenoxid-Ketten.
- E 434 Polysorbat 40 Das Palmitinsäure-Glied der Reihe — das seltenste der fünf Polysorbate.
- E 435 Polysorbat 60 Das meistverwendete Polysorbat — der Emulgator im Speiseeis.
- E 436 Polysorbat 65 Drei Stearinsäureketten — das fettliebendste und letzte der fünf Polysorbate.
- E 440 Pektin Geliermittel aus Apfeltrester und Zitrusschalen — der Stoff, der Marmelade fest werden lässt.
- E 459 Beta-Cyclodextrin Ein Zuckerring mit Hohlraum — er schliesst Aromen ein und gibt sie später frei.
- E 460 Cellulose Reine Pflanzenfaser als Zusatzstoff — unverdaulich und deshalb ohne Brennwert.
- E 461 Methylcellulose Das Gel, das beim Erhitzen fest wird und beim Abkühlen wieder flüssig — umgekehrt zu allen anderen.
- E 462 Ethylcellulose Die einzige abgewandelte Cellulose, die sich nicht in Wasser löst — sie überzieht und trägt, statt zu verdicken.
- E 463 Hydroxypropylcellulose Cellulose, mit Propylenoxid abgewandelt — quillt in Wasser zu einer klaren, zähen Lösung.
- E 463a Niedrig substituierte Hydroxypropylcellulose Die Cellulose, die sich nicht löst, sondern quillt — damit eine Tablette im Magen schnell zerfällt.
- E 464 Hydroxypropylmethylcellulose Die meistverwendete abgewandelte Cellulose — und die Hülle der veganen Kapsel.
- E 465 Ethylmethylcellulose Ein Mischether: an derselben Cellulosekette hängen Methyl- und Ethylgruppen nebeneinander.
- E 466 Carboxymethylcellulose Chemisch abgewandelte Cellulose — Pflanzenfaser, die wasserlöslich gemacht wurde.
- E 468 Vernetzte Carboxymethylcellulose Carboxymethylcellulose, deren Ketten miteinander verknüpft sind — sie quillt stark, statt sich zu lösen.
- E 469 Enzymatisch hydrolysierte Carboxymethylcellulose Carboxymethylcellulose, deren Ketten mit einem Enzym gekürzt wurden — dünnflüssiger als der Ausgangsstoff.
- E 472c Citronensäureester von Mono- und Diglyceriden Emulgator aus Fett und Citronensäure. Der bekannteste der sechs E-472-Ester.
- E 472d Weinsäureester von Mono- und Diglyceriden Derselbe Bau wie E 472c, nur mit Weinsäure — und mit einem der höchsten Zahlenwerte überhaupt.
- E 472e DATEM Der Backemulgator schlechthin — hinter fast jedem Industriebrot mit lockerer Krume.
- E 473 Zuckerester von Speisefettsäuren Zucker und Fett in einem Molekül — der Emulgator, der beides mitbringt.
- E 474 Zuckerglyceride Zuckerester und Mono-/Diglyceride in einem Erzeugnis — der Nachbar von E 473.
- E 476 Polyglycerin-Polyricinoleat Der Schokoladen-Emulgator. Macht die Masse fliessfähig, ohne mehr Fett zu brauchen.
- E 477 Propylenglycolester von Speisefettsäuren Emulgator für Schäume — hält Luft in Sahneersatz und Kuchenmasse.
- E 481 Natriumstearoyl-2-lactylat Teigemulgator aus Stearinsäure und Milchsäure — stärkt das Klebereiweiss.
- E 482 Calciumstearoyl-2-lactylat Das Calciumsalz zu E 481 — dieselbe Wirkung, ohne Natrium einzutragen.
- E 491 Sorbitanmonostearat Erster von fünf Sorbitanestern — aus Sorbit und Fettsäure, fettliebend.
- E 492 Sorbitantristearat Drei Fettsäuren statt einer — deshalb der fettliebendste der Sorbitanester.
- E 493 Sorbitanmonolaurat Der Sorbitanester mit der kürzesten Fettsäure — und damit der wasserfreundlichste der fünf.
- E 494 Sorbitanmonooleat Der einzige Sorbitanester mit ungesättigter Fettsäure — deshalb bei Zimmertemperatur flüssig.
- E 495 Sorbitanmonopalmitat Der fünfte und letzte Sorbitanester — Palmitinsäure, zwischen Laurin und Stearin.
E 900–999 überwiegend Überzugsmittel, Treibgase und Süßungsmittel
- E 903 Carnaubawachs Das härteste Naturwachs — der Glanz auf Dragees, Kaugummi und Äpfeln.
- E 960 Steviolglycoside Diese Nummer gibt es nicht mehr — seit 2021 heisst der Stoff E 960a, und drei weitere Stevia-Nummern sind hinzugekommen. Nummer ersetzt — Stoff weiter zugelassen
- E 960a Steviolglycoside aus Stevia Die ursprüngliche Stevia-Nummer — bis 2021 hiess sie E 960, gewonnen aus den Blättern der Pflanze.
- E 999 Quillaja-Extrakt Der Schaum auf dem Getränk — aus der Rinde des chilenischen Seifenrindenbaums.
Diese Seiten geben den Stand der Behörden wieder — Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 und die Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Sie sind keine Gesundheitsberatung und ersetzen keine ärztliche Auskunft.