Sorbitantristearat
Sorbitantriester der Stearinsäure
Sorbitan tristearate
auch: Span 65 · Sorbitan tristearate
Drei Fettsäuren statt einer — deshalb der fettliebendste der Sorbitanester.
Was es ist
Sorbitantristearat trägt drei Stearinsäureketten am Sorbitanring statt einer. Je mehr Fettsäuren angehängt sind, desto fettliebender wird das Molekül, und das verschiebt seinen Einsatzbereich: Während der Monoester noch in wässrigen Systemen arbeitet, gehört der Triester ganz ins Fett. Seine wichtigste Rolle spielt er in Schokolade und Fettglasuren, wo er die Kristallisation der Kakaobutter steuert und den Fettreif verhindert — jenen weisslichen Belag, der sich auf lange gelagerter Schokolade bildet. Er ist damit einer der wenigen Zusatzstoffe, deren Aufgabe weder Haltbarkeit noch Geschmack ist, sondern allein das Aussehen nach Monaten der Lagerung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die fünf Sorbitanester 2017 gemeinsam bewertet und für sie 10 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag abgeleitet. Fettreif ist dabei kein Verderb, sondern umkristallisiertes Fett — essbar, aber unverkäuflich.
Woraus es gewonnen wird
Aus Sorbit und Stearinsäure verestert; beide Bausteine stammen üblicherweise aus pflanzlichen Quellen.
Rechtsstand in der EU
in der EU zugelassen
Stand: 12. August 2026
Zugelassen nach Anhang II der VO (EG) Nr. 1333/2008.
Fundstelle: VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II/B
Duldbare tägliche Aufnahmemenge
10 mg je kg Körpergewicht und Tag (Gruppenwert)
gilt gemeinsam für E 491, E 492, E 493, E 494, E 495· EFSA 2017
Gemeinsam für die fünf zugelassenen Sorbitanester.
EFSA, Re-evaluation of sorbitan monostearate (E 491) and related sorbitan esters, 2017
Neubewertung
abgeschlossen 2017
EU-Programm zur Neubewertung der vor 2009 zugelassenen Zusatzstoffe, VO (EU) Nr. 257/2010.
Wofür es eingesetzt wird
- Verhinderung von Fettreif auf Schokolade
- Steuerung der Kristallisation in Fettglasuren
- Emulgator in Streichfetten
Was Behörden dazu festgehalten haben
Besonderheiten und Kennzeichnung
- Zugelassen in 17 Lebensmittelkategorien
Anhang II Teil E nennt 17 Lebensmittelkategorien, verteilt auf 10 Bereiche: 01 Milchprodukte und Analoge, 02 Fette und Öle sowie Fett- und Ölemulsionen, 03 Speiseeis, 05 Süßwaren, 07 Backwaren, 12 Salz, Gewürze, Suppen, Soßen, Salate und Eiweißprodukte, 13 Lebensmittel für besondere Gruppen im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 609/2013, 14 Getränke, 16 Dessertspeisen, ausgenommen Produkte der Kategorien 1, 3 und 4, 17 Nahrungsergänzungsmittel gemäß der Richtlinie 2002/46/EG. Die Höchstmengen reichen von 500 bis 10 000 mg/kg bzw. mg/l. In 3 der 19 Zulassungen gilt quantum satis, also keine zahlenmässige Höchstmenge. Welche Menge in welchem Lebensmittel gilt, steht dort je Kategorie — diese Angabe ist eine Übersicht, nicht die Zulassung selbst.
VO (EG) Nr. 1333/2008, Anhang II Teil E (konsolidierte Fassung vom 18.02.2026)
Verwandt
Woher wissen wir das?
Diese Seite gibt den Stand der Behörden wieder und ist keine Gesundheitsberatung. Sie enthält keine eigene Bewertung des Stoffes — nur, was in der Verordnung und in den zitierten Gutachten steht.