Stabilisator — Zusatzstoffe
Was auf der Zutatenliste als „E 407“ oder „Carrageen“ steht, ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff. Diese Seiten geben wieder, was die Behörden dazu festgehalten haben: welche Aufgabe der Stoff hat, woraus er gewonnen wird, ob er in der EU zugelassen ist, welche duldbare tägliche Aufnahmemenge festgelegt wurde und welche Gutachten es dazu gibt. Wir bewerten nicht — wir belegen. Jede Angabe trägt ihre Quelle.
Derzeit 34 Einträge in dieser Auswahl. Der Bestand ist im Aufbau — die EU führt rund 330 zugelassene Zusatzstoffe, hier stehen 34. Eine Nummer, die hier fehlt, ist deshalb nicht unzulässig, sondern noch nicht geschrieben. Jeder Eintrag wird einzeln gegen die Rechtsgrundlage und die EFSA-Gutachten geprüft, bevor er erscheint.
Stabilisatoren halten einen Zustand, der von selbst nicht bleiben würde: Sie verhindern, dass sich Fett und Wasser trennen, dass Schwebstoffe absinken oder dass eine Farbe umschlägt. Sie erzeugen nichts, sie erhalten.
Woran man sie erkennt: „Stabilisator: Carrageen". Viele Stoffe tragen diese Klasse zusätzlich zu einer anderen — was sie tun, hängt vom Erzeugnis ab.
Die Funktionsklassen sind in Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 festgelegt. Ein Stoff kann mehreren angehören; welche auf der Packung steht, richtet sich nach der Aufgabe im jeweiligen Erzeugnis.
Nach Funktion
- Stabilisator 34
- Farbstoff 30
- Konservierungsstoff 26
- Emulgator 23
- Antioxidationsmittel 15
- Säureregulator 15
- Süßungsmittel 12
- Trennmittel 11
- Verdickungsmittel 11
- Komplexbildner 8
- Trägerstoff 8
- Geschmacksverstärker 7
- Überzugsmittel 7
- Festigungsmittel 5
- Emulgiersalz 4
- Geliermittel 4
- Backtriebmittel 3
- Schaumverhüter 3
- Füllstoff 2
- Mehlbehandlungsmittel 2
- Säuerungsmittel 2
- Schaummittel 2
- Feuchthaltemittel 1
Nach Herkunft
E 300–399 überwiegend Antioxidationsmittel und Säureregulatoren
- E 335 Natriumtartrate Die Natriumsalze der Weinsäure — Säureregulator in Marmelade und Milcherzeugnissen.
- E 336 Kaliumtartrate Weinstein im Wortsinn — das Salz, das man aus dem Fass kratzt.
- E 337 Natrium-Kalium-Tartrat Das Seignettesalz — ein Weinsäuresalz mit zwei verschiedenen Metallen.
- E 339 Natriumphosphate Die Schmelzsalze des Schmelzkäses. Gehören zur Phosphat-Gruppe mit 40 mg/kg.
- E 340 Kaliumphosphate Das Kalium-Gegenstück zu E 339 — dort im Einsatz, wo Natrium unerwünscht ist.
- E 343 Magnesiumphosphate Das Magnesium-Phosphat der Zwölfergruppe — die Nummer, die im Bereich E 340 fehlt.
E 400–499 überwiegend Verdickungs-, Gelier- und Emulgiermittel
- E 407 Carrageen Geliermittel aus Rotalgen. Der Gruppen-Wert von 75 mg/kg gilt seit 2018 ausdrücklich als vorläufig.
- E 407a Verarbeitete Eucheuma-Algen Das halbraffinierte Geschwister von Carrageen — gleiche Alge, kürzerer Weg, eigene Nummer.
- E 410 Johannisbrotkernmehl Aus dem Samen des Johannisbrotbaums — verdickt schon in kaltem Wasser kaum, in warmem stark.
- E 415 Xanthan Von Bakterien hergestellt. Verdickt kalt wie warm und hält den Aufstrich beim Rühren dünn.
- E 432 Polysorbat 20 Der wasserlöslichste der fünf Polysorbate — Laurinsäure plus lange Ethylenoxid-Ketten.
- E 433 Polysorbat 80 Der wasserfreundliche Verwandte der Sorbitanester — mit angehängten Ethylenoxid-Ketten.
- E 434 Polysorbat 40 Das Palmitinsäure-Glied der Reihe — das seltenste der fünf Polysorbate.
- E 435 Polysorbat 60 Das meistverwendete Polysorbat — der Emulgator im Speiseeis.
- E 436 Polysorbat 65 Drei Stearinsäureketten — das fettliebendste und letzte der fünf Polysorbate.
- E 440 Pektin Geliermittel aus Apfeltrester und Zitrusschalen — der Stoff, der Marmelade fest werden lässt.
- E 450 Diphosphate Die Säure im Backpulver — und der Grund, warum Kuchen im Ofen aufgeht.
- E 451 Triphosphate Bindet Wasser im Fleisch — und ist deshalb der umstrittenste der Phosphat-Gruppe.
- E 452 Polyphosphate Die langkettigen Phosphate. Schließen die Gruppe der zwölf mit gemeinsamem Wert ab.
- E 459 Beta-Cyclodextrin Ein Zuckerring mit Hohlraum — er schliesst Aromen ein und gibt sie später frei.
- E 460 Cellulose Reine Pflanzenfaser als Zusatzstoff — unverdaulich und deshalb ohne Brennwert.
- E 461 Methylcellulose Das Gel, das beim Erhitzen fest wird und beim Abkühlen wieder flüssig — umgekehrt zu allen anderen.
- E 462 Ethylcellulose Die einzige abgewandelte Cellulose, die sich nicht in Wasser löst — sie überzieht und trägt, statt zu verdicken.
- E 463 Hydroxypropylcellulose Cellulose, mit Propylenoxid abgewandelt — quillt in Wasser zu einer klaren, zähen Lösung.
- E 464 Hydroxypropylmethylcellulose Die meistverwendete abgewandelte Cellulose — und die Hülle der veganen Kapsel.
- E 465 Ethylmethylcellulose Ein Mischether: an derselben Cellulosekette hängen Methyl- und Ethylgruppen nebeneinander.
- E 466 Carboxymethylcellulose Chemisch abgewandelte Cellulose — Pflanzenfaser, die wasserlöslich gemacht wurde.
- E 468 Vernetzte Carboxymethylcellulose Carboxymethylcellulose, deren Ketten miteinander verknüpft sind — sie quillt stark, statt sich zu lösen.
- E 469 Enzymatisch hydrolysierte Carboxymethylcellulose Carboxymethylcellulose, deren Ketten mit einem Enzym gekürzt wurden — dünnflüssiger als der Ausgangsstoff.
- E 472c Citronensäureester von Mono- und Diglyceriden Emulgator aus Fett und Citronensäure. Der bekannteste der sechs E-472-Ester.
- E 472d Weinsäureester von Mono- und Diglyceriden Derselbe Bau wie E 472c, nur mit Weinsäure — und mit einem der höchsten Zahlenwerte überhaupt.
- E 472e DATEM Der Backemulgator schlechthin — hinter fast jedem Industriebrot mit lockerer Krume.
- E 481 Natriumstearoyl-2-lactylat Teigemulgator aus Stearinsäure und Milchsäure — stärkt das Klebereiweiss.
- E 482 Calciumstearoyl-2-lactylat Das Calciumsalz zu E 481 — dieselbe Wirkung, ohne Natrium einzutragen.
Diese Seiten geben den Stand der Behörden wieder — Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 und die Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Sie sind keine Gesundheitsberatung und ersetzen keine ärztliche Auskunft.